Wallfahrtsstätte der Heiligen Maria der Kapelle

Der Legende nach erblickte der Fischer Ivan Bogavčić–Tuburko im Jahre 1722 beim Fischen nahe des Horns Gradine ein seltsames Lischt. Als er sich dem Felsen, von dem das Licht ausging, nährte, fand er ein Bildnis der Muttergottes, welches Marias Besuch bei ihrer Verwandten Elisabeth zeigt. Er nahm das Bildnis mit nach Hause und verwahrte es in einer Truhe. Im nächsten Jahr, zur selben Zeit, fischte der Fischer Tuburko wieder in der Nähe der Halbinsel Gradina und erblickte das Bildnis der Muttergottes an derselben Stelle. Er brachte das Bildnis zum Pfarrer von Rogoznica und erzählte ihm seine unglaubliche Geschichte. Der Pfarrer hat ihm nicht geglaubt, verwahrte und verschloss das Bildnis jedoch in einem Schrank. Im nächsten Jahr, zur selben Zeit, hat sich der Fischer wieder zum selben Ort begeben und auf eine unerklärliche Weise war das Bildnis wieder dort. Dann hat auch der Pfarrer begriffen, dass es sich hier wirklich um ein großes Wunder handelt. Schon bald danach beschlossen die Einheimischen zusammen mit dem damaligen Pfarrer, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Die Festlichkeit, die damals im Jahre 1776 ausgerichtet wurde, findet noch heute in derselben Form statt.
Dieses wundersame Bildnis verbrannte in der Pfarrkirche und das zweite, welches in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gestohlen wurde, entstand 1888 in Wien. Neben der ursprünglichen kleinen Kapelle wurde im Zeitraum von 1907 bis 1909 eine größere erbaut.
Die Festlichkeit findet am 2. Juli auf Petrovčica statt, wobei das Bildnis der Muttergottes in einem Boot, begleitet vom Pfarrer und jungen Mädchen, in weiß gekleidet, zur Riva in Rogoznica gebracht wird, wo sie vom Bischoff von Šibenik erwartet wird, begleitet von etwa zehn Pfarrern und Tausenden von Gläubigen, und danach bringen alle zusammen, in einer feierlichen Prozession entlang der Riva, das Bildnis in die Pfarrkirche.
Das Bildnis der Muttergottes verbleibt in der Pfarrkirche bis zum ersten Sonntag nach der Feier der Muttergottes vom Berge Karmel, und dann wird es in einer feierlichen Prozession entlang der Küste und über das Meer in seinen Wallfahrtsort auf dem Horn der Halbinsel Gradine zurück gebracht. An der Prozession nehmen Hunderte von Boten und Tausende von Gläubigen teil, welche die 2.5 km des Weihweges zu Fuß, viele auch barfuß, bewältigen. In der Vergangenheit wurde das Boot der Muttergottes nur von schwimmenden jungen Männern begleitet, und heute schließen sich ihnen auch junge Mädchen an.
Im Jahr 1887 wurde Rogoznica von schwarzen Pocken heimgesucht welche täglich bis zu 40 Menschenleben forderten. Der damalige Pfarrer, Don Tode Pavlović, versammelte die Gläubigen und sie begaben sich barfuß, um Barmherzigkeit betend, in den Wallfahrtsort der Muttergottes. Seit diesem 24. Januar gab es in der Ortschaft keine Todesfälle mehr, die Kranken wurden gesund und an diesem Tag, einem geweihten Festtag, wird in der Kapelle regelmäßig eine Messe gehalten.
Die wundertätige Beschützerin von Rogoznica beschützt ihr Volk und ihren Hafen vor jeglichem Leid fast drei Jahrhunderte lang.